Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Mycobacterium tuberculosis verursacht wird. Meist befällt sie die Lungen, kann aber auch das Zentralnervensystem, Lymphknoten, Knochen, Gelenke, den Urogenitaltrakt und sogar die Haut betreffen.
Wie kommt es zur Ansteckung? Meistens über den Luftweg (aerogen) – durch Einatmen feiner Tröpfchen, die eine erkrankte Person beim Husten, Sprechen, Lachen oder Singen ausscheidet. Viel seltener erfolgt die Ansteckung über den Verdauungsweg – durch Verzehr von nicht pasteurisierter Milch von krankem Vieh.
Wer ist die Ansteckungsquelle? • vor allem ein Kranker mit offener Lungentuberkulose, der Erreger ausscheidet, • eine Risikogruppe kann auch Rindvieh sein, das mit dem Rindertuberkuloseerreger infiziert ist, • Personen mit extrapulmonaler Tuberkulose sind nicht ansteckend.
Inkubationszeit: schwer festzulegen – die erste Phase der Infektion kann über viele Monate oder Jahre symptomlos verlaufen.
Wer ist am meisten gefährdet? • Personen, die in Ländern mit hoher Inzidenz leben (Asien, Afrika), • Personen mit geschwächter Immunität (HIV, immunsuppressive Behandlung, Krebserkrankungen), • Personen mit engem Kontakt zu Erkrankten, • Beschäftigte im Gesundheitswesen, • Personen, die in großer Bevölkerungsdichte leben (Internate, Gefängnisse, Obdachlosenheime).
Häufigste Symptome bei Lungentuberkulose: • chronischer Husten, der länger als 3 Wochen anhält, • Abhusten von schleimigem oder eitrigem Auswurf (manchmal mit Blut), • Brustschmerzen, • Atemnot, • Fieber, Schüttelfrost, Nachtschweiß, • Schwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust.
Wie verläuft die Krankheit? Tuberkulose hat zwei Stadien:
Mögliche Komplikationen: • Zerstörung des Lungengewebes, • Bluthusten, Ateminsuffizienz, • Miliartuberkulose (lebensbedrohlicher Zustand), • Befall der Hirnhäute, Lymphknoten, Knochen (Knochen- und Gelenktuberkulose), des Urogenitaltrakts.
Wann ist dringend ärztliche Beratung nötig? • Husten länger als 3 Wochen, • Bluthusten, Atemnot, plötzlicher Gewichtsverlust, • Fieber, das länger als 2 Wochen anhält, • Kontakt mit einer an Tuberkulose erkrankten Person und Auftreten von Symptomen.
Tuberkulose kommt weltweit vor, am häufigsten jedoch in Ländern mit niedrigeren Standards in der Gesundheitsversorgung.
Höchstes Erkrankungsrisiko: • Subsahara-Afrika, • Süd- und Südostasien, • Länder mit hoher Bevölkerungsdichte und schwierigen sanitären Bedingungen.
Die WHO schätzt, dass über 2 Milliarden Menschen mit dem Tuberkoloseerreger infiziert sind. Jedes Jahr verursacht die Krankheit weltweit über 1,5–2 Millionen Todesfälle.
Für wen ist diese Information besonders wichtig? • Reisende in Länder Afrikas und Asiens, • humanitäre Helfer, • Personen, die längere Aufenthalte oder medizinische Freiwilligendienste planen.
• Vermeidung von Kontakt mit hustenden oder krankheitsverdächtigen Personen. • Lüften von Räumen, Tragen von Masken an Orten mit großer Menschenmenge. • Verzicht auf nicht pasteurisierte Milch und deren Produkte. • Bei Reisen in Hochrisikoländer – Meiden von überfüllten, schlecht belüfteten Orten. • Früherkennung und Behandlung von Kranken – das wichtigste Element zur Unterbrechung der Übertragung.
Impfstoffart: lebend, attenuiert – BCG (Bacillus Calmette-Guérin).
Wirksamkeit: • 60–80 % bei der Verhinderung schwerer Tuberkuloseformen (Miliartuberkulose, Hirnhautentzündung), • die Wirksamkeit ist bei Kindern am höchsten.
Ist die Impfung Pflicht? Ja – in Polen wird sie Neugeborenen in den ersten Lebenstagen verabreicht.
Impfschema: • 1 Dosis im Neugeborenenalter. • Derzeit werden keine Auffrischimpfungen durchgeführt.
Zusätzliche Informationen: • Der Impfstoff verhindert nicht alle Tuberkuloseformen, senkt aber das Risiko für schwerste Komplikationen erheblich. • In vielen Ländern mit niedriger Inzidenz (z. B. USA) werden keine Routineimpfungen durchgeführt. • Erwachsene, die in Hochrisikogebiete reisen, können eine individuelle ärztliche Bewertung benötigen.
Tuberkulose ist eine ernste Infektionskrankheit, die hauptsächlich über die Luft übertragen wird. Sie befällt meist die Lungen und kann zu schweren Komplikationen führen, einschließlich Orgauschäden und Tod. Die BCG-Impfung schützt Kinder vor den gefährlichsten Formen der Krankheit, und das Wissen um Symptome sowie Früherkennung erhöhen die Chance auf vollständige Heilung.
Zur Impfung und Beratung ermutigen wir besonders: • Personen, die in Länder mit hoher Inzidenz reisen, • Beschäftigte im Gesundheitswesen oder Pflegeeinrichtungen, • Personen mit geschwächter Immunität (nach vorheriger ärztlicher Bewertung).
Am besten planen Sie vorbeugende Maßnahmen einige Wochen vor der Abreise, um eine sichere Reise zu gewährleisten.