1. Was ist Mumps (Ziegenpeter)?

1. Was ist Mumps (Ziegenpeter)?

Mumps (Parotitis epidemica) ist eine virale Infektionskrankheit, die durch das Mumpsvirus verursacht wird. Der Mensch ist das einzige Reservoir, und Infektionsquelle kann sowohl eine erkrankte als auch eine asymptomatisch infizierte Person sein.

Zur Ansteckung kommt es hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion / Kontakt mit Atemwegssekreten und Speichel, seltener indirekt (z. B. durch gemeinsame Gegenstände, die mit Sekreten kontaminiert sind).

Die Inkubationszeit beträgt gewöhnlich etwa 16–18 Tage, meist im Bereich von ca. 12–25 Tagen. Am meisten gefährdet sind: ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Personen sowie Jugendliche und junge Erwachsene in Umgebungen mit häufigem engem Kontakt (z. B. Schulen, Internate, Wohnheime).

2. Symptome von Mumps

Bei einem Teil der Personen kann die Infektion asymptomatisch verlaufen (in Studien werden ca. 20–30 % angegeben). Wenn Symptome auftreten, sind typisch: Unwohlsein, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Fieber und anschließend das charakteristischste Merkmal – schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen (ein- oder beidseitig).

Krankheitsverlauf: Bei den meisten Patienten heilt Mumps innerhalb von etwa zwei Wochen von selbst aus, aber manchmal kommt es zur Beteiligung anderer Organe.

Mögliche Komplikationen umfassen u. a.:

  • Hirnhautentzündung / (seltener) Gehirnentzündung,
  • Hodenentzündung bei Jungen in der Pubertät und jungen Männern (beschrieben bei bis zu 30–40 % in dieser Gruppe), was selten die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann (besonders bei beidseitigem Befall),
  • Hörverschlechterung (sehr selten dauerhaft),
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Dringende ärztliche Konsultation ist besonders angezeigt, wenn auftreten: starke Kopfschmerzen mit meningealen Zeichen (Nackensteifigkeit), Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, starkes Erbrechen/Dehydrierung, sehr hohes Fieber sowie starke Schmerzen und Schwellung der Hoden.

3. Wo kommt Mumps vor?

Mumps kommt weltweit vor. Das Risiko ist dort höher, wo die MMR-Durchimpfungsrate niedriger ist, sowie an Orten, die die Übertragung begünstigen (enger, häufiger Kontakt).

Für Reisende ist wichtig, dass Erkrankungsausbrüche auch in Ländern mit hoher Durchimpfung vorkommen (z. B. wurden in Europa in den letzten Jahren Ausbrüche in mehreren Ländern gemeldet). Am wichtigsten ist also nicht so sehr die „Richtung“, sondern der Immunstatus (2 MMR-Dosen) vor der Reise.

4. Wie schützt man sich vor Mumps?

A. Allgemeine Vorbeugung

  • vermeiden Sie engen Kontakt mit einer erkrankten Person, trinken Sie nicht aus demselben Becher/derselben Flasche, teilen Sie kein Essen und Besteck,
  • regelmäßige Händehygiene und Lüften von Räumen,
  • wenn jemand im Haus krank ist: begrenzen Sie den Kontakt, erwägen Sie eine Maske bei naher Pflege und nutzen Sie getrenntes Geschirr/Handtücher.

B. Impfung

Die wirksamste Methode der Prophylaxe ist die Impfung. In der Praxis wird der Kombinationsimpfstoff MMR (Masern-Mumps-Röteln) verwendet.

  • Impfstoffart: lebend, attenuiert (abgeschwächte Viren im MMR-Impfstoff).
  • Für wen empfohlen: alle Personen ohne volle Immunität; besonders wichtig für Jugendliche und Erwachsene, die keine 2 MMR-Dosen haben (sowie für Personen in Gemeinschaftseinrichtungen, Studenten, Reisende).
  • Schema: üblicherweise 2 Dosen (z. B. im Kindesalter).
  • Nachholen (Erwachsene/„Catch-up“): standardmäßig werden 2 Dosen angestrebt (wenn keine Impfung erfolgte oder sie unsicher ist); der Abstand zwischen den Dosen sollte mindestens 4 Wochen betragen.
  • Auffrischimpfungen: routinemäßig werden keine „Booster“ angewendet; eine dritte Dosis kann ausschließlich in Ausbruchssituationen für von den Gesundheitsbehörden benannte Personen empfohlen werden.
  • Kontraindikationen (die wichtigsten): aufgrund des Lebendimpfstoffs wird MMR u. a. nicht in der Schwangerschaft und bei wesentlichen Immundefekten verabreicht – Entscheidung immer bei der Qualifikation.

5. Zusammenfassung

Mumps verläuft meist mild, kann aber zu Komplikationen führen (besonders bei Jugendlichen und Erwachsenen), daher lohnt es sich, eine volle Immunität (2 MMR-Dosen) zu haben. Eine Impfung sollten besonders Erwachsene ohne 2 MMR-Dosen, Personen in Gemeinschaftseinrichtungen sowie Reisende in Betracht ziehen. Wenn Sie eine Reise planen, ergänzen Sie die Impfung am besten im Voraus – so, dass Sie (falls nötig) 2 Dosen im Abstand von mind. 4 Wochen vor der Reise schaffen.