1. Was ist Tollwut?

1. Was ist Tollwut?

Tollwut ist eine virale Erkrankung des Zentralnervensystems, die nach Auftreten von Symptomen praktisch immer tödlich verläuft. Sie wird durch Viren der Gattung Lyssavirus (Familie Rhabdoviridae) verursacht.

  • Wie kommt es zur Ansteckung: am häufigsten durch den Biss eines kranken Tieres; gefährlich können auch Kratzer oder die Benetzung beschädigter Haut sowie Kontakt von Speichel mit Schleimhäuten (Augen, Nase, Mund) sein. Selten wurde eine Infektion durch Einatmen von Aerosol in einer Umgebung mit vielen Fledermäusen (z. B. Höhlen) beschrieben.
  • Quelle des Erregers (Reservoir): Säugetiere – wild und domestiziert. Weltweit sind Hunde für die überwältigende Mehrheit der Infektionen beim Menschen verantwortlich (WHO gibt 99 % an).
  • Inkubationszeit: am häufigsten 1–3 Monate, kann aber kürzer (sogar ca. 10 Tage) oder länger sein. Schneller entwickelt sie sich gewöhnlich nach Bissen im Gesicht/Hals (näher am ZNS).
  • Wer ist am meisten gefährdet: Personen mit häufigem Tierkontakt (z. B. Tierärzte, Tierheimmitarbeiter, Förster), Reisende in endemische Länder sowie Personen mit Fledermauskontakt (z. B. Höhlenforscher). Besonders gefährdet für Bisse sind Kinder.

2. Symptome von Tollwut

Anfangs sind die Symptome unspezifisch, was die Diagnose erschwert:

  • Fieber, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Unwohlsein,
  • beunruhigendes Kribbeln/Stechen/Brennen an der Wundstelle (nach Biss oder Kratzer).

Dann tritt die neurologische Phase auf (oft innerhalb weniger Tage nach den Anfangssymptomen), z. B.:

  • Erregung, Angst, Schlaflosigkeit,
  • Wasserphobie (Hydrophobie), Schluckbeschwerden, Speichelfluss,
  • Lichtscheu, Krämpfe,
  • oder paralytische Form (fortschreitende Lähmung).

Komplikationen und Prognose: Nach Auftreten klinischer Symptome endet die Krankheit fast immer tödlich (meist durch Atemversagen).

Wann dringend zum Arzt:

  • immer nach Biss/Kratzer durch ein unbekanntes Tier oder nach Kontakt von Speichel mit Schleimhäuten, besonders in Risikoländern,
  • sofort nach Exposition gegenüber einer Fledermaus (auch wenn die Wunde klein ist oder nicht sichtbar).

3. Wo kommt Tollwut vor?

Dies ist eine Krankheit mit fast globaler Verbreitung, aber das Risiko variiert stark zwischen den Regionen.

  • Höchstes Risiko für Menschen: hauptsächlich Asien und Afrika (WHO schätzt ca. 59.000 Todesfälle jährlich, und die meisten Fälle betreffen diese Kontinente).
  • Häufige Risikoländer (Beispiele): u. a. Indien und ein Teil Süd-/Südostasiens sowie viele Länder Afrikas; Risiko kann auch einen Teil Lateinamerikas betreffen (je nach Region und Zugang zu Prophylaxe nach Exposition).
  • Europa/Polen: Fälle bei Menschen sind selten, aber bei Tieren können Ausbrüche vorkommen (z. B. berichtete das Hauptveterinäramt GIW über Ausbrüche in Polen 2025).

Diese Information ist am wichtigsten für Personen, die in exotische Richtungen reisen, an Orte mit schwerem Zugang zu medizinischer Versorgung sowie bei geplanten Aktivitäten wie Trekking, Arbeit im Gelände, Tierkontakt, Höhlenforschung.

4. Wie schützt man sich vor Tollwut?

A. Allgemeine Vorbeugung

  • Berühren und füttern Sie keine streunenden oder wilden Tiere (auch keine „zahmen“).
  • Bringen Sie Kindern die Regel bei: wir gehen nicht hin, streicheln nicht, nehmen nicht auf den Arm.
  • Meiden Sie Orte, an denen Fledermäuse sein können; in Höhlen und Grotten seien Sie besonders vorsichtig.
  • Wenn es zur Verletzung kommt: waschen Sie die Wunde sofort und lange mit Wasser und Seife, und melden Sie sich dann so schnell wie möglich beim Arzt (über das weitere Vorgehen entscheidet die medizinische Qualifikation).

B. Impfung

Impfstoffart: Der Tollwutimpfstoff ist inaktiviert („tot“) – er kann keine Krankheit auslösen.

Für wen empfohlen (vor Exposition/PrEP):

  • Personen aus Berufsgruppen mit Risiko (z. B. Tierärzte, Tierheimmitarbeiter, Förster),
  • Personen mit Fledermauskontakt (z. B. Höhlenforscher),
  • Reisende in Hochrisikoregionen, besonders wenn:
    • sie einen langen Aufenthalt, Expeditionen ins Gelände planen,
    • sie mit Kindern reisen,
    • sie an Orten mit begrenztem Zugang zu Immunglobulin und Impfungen nach Exposition sein werden.

Schema der präexpositionellen Impfung (PrEP):

  • immer häufiger angewendet und empfohlen ist das Schema mit 2 Dosen: Tag 0 und 7.
  • in manchen Situationen trifft man noch auf das 3-Dosen-Schema: 0, 7, 21/28 (je nach Empfehlungen und Präparat).

Auffrischimpfungen und Dauer des Schutzes:

  • bei ständigem Risiko: Kontrolle des Antikörperspiegels oder Auffrischimpfung in einem bestimmten Zeitfenster (je nach Risikokategorie und Empfehlungen).

Wichtige Anmerkung: auch nach der Impfung vor Exposition muss man sich nach potenzieller Infektion weiterhin beim Arzt melden – gewöhnlich werden dann 2 Auffrischdosen verabreicht (Tag 0 und 3), aber ohne Immunglobulin.

5. Zusammenfassung

Tollwut ist eine Krankheit, der man am besten vorbeugt, da sie nach Auftreten von Symptomen praktisch immer tödlich ist. Eine Impfung sollten Sie besonders erwägen, wenn Sie in Länder mit hohem Risiko reisen (besonders in Asien und Afrika), einen aktiven Ausflug ins Gelände, Tierkontakt oder Höhlenexpeditionen planen. Am sichersten beginnen Sie die Impfung mindestens einige Wochen vor der Reise, um das volle Schema (mindestens Tag 0 und 7) zu schaffen, und nach jedem Biss oder Fledermauskontakt handeln Sie sofort und melden sich beim Arzt.