Grippe (Influenza) ist eine akute virale Infektionskrankheit der Atemwege, die durch Influenzaviren Typ A, B und seltener C verursacht wird. Sie verbreitet sich:
durch Tröpfcheninfektion – beim Husten, Niesen, Sprechen,
durch direkten oder indirekten Kontakt – Händeschütteln, Berühren derselben Gegenstände und anschließend von Nase, Mund oder Augen.
Die Ansteckungsquelle ist ein kranker Mensch – auch jemand, der noch keine Symptome hat.
Inkubationszeit: meist 1–4 Tage (am häufigsten 1–2 Tage).
Ansteckungszeitraum:
Erwachsene: meist ca. 1 Tag vor Auftreten der Symptome,
Kinder: bis zu 6 Tage vor Symptomen,
Personen mit schwerer Immunschwäche: können über Wochen oder sogar Monate ansteckend sein.
Wer ist am meisten gefährdet?
Kinder (besonders <5 Jahre),
ältere Menschen (besonders ≥60–65 Jahre),
Schwangere,
Personen mit chronischen Erkrankungen (u. a. Herz, Lunge, Nieren, Diabetes, Krebs, geschwächtes Immunsystem),
Personen mit häufigem Kontakt zu anderen (Gesundheitspersonal, Lehrer, Dienstleister, Reisende).
2. Symptome der Grippe
Häufigste Grippesymptome:
plötzlicher Beginn des Unwohlseins,
Fieber über 38 °C, Schüttelfrost,
Muskel-, Gelenk-, Kopfschmerzen,
Husten (meist trocken),
Halsschmerzen, Schnupfen,
Schwäche, Appetitlosigkeit,
Übelkeit und Erbrechen (häufiger bei Kindern).
Wie verläuft die Krankheit?
Akute Symptome dauern meist 3–7 Tage,
Müdigkeit und Schwäche können sogar über 2 Wochen anhalten.
Bei jungen und allgemein gesunden Menschen verläuft die Grippe meist ohne Komplikationen, kann aber sehr belastend sein.
Mögliche Komplikationen der Grippe:
Lungen- und Bronchiolitis,
Mittelohrentzündung (häufiger bei Kindern),
Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung,
Verschlechterung chronischer Krankheiten (z. B. Asthma, Herzinsuffizienz),
Hirnhaut-, Gehirn-, Rückenmarksentzündung,
sekundäre bakterielle Infektionen (u. a. Pneumokokken, Meningokokken),
Sepsis, Atemversagen.
Wann ist dringend ärztliche Beratung / Notaufnahme nötig?
Kontaktieren Sie sofort einen Arzt oder rufen Sie Hilfe, wenn bei einer an Grippe erkrankten Person u. a. auftreten:
zunehmende Atemnot, Atembeschwerden,
Schmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb,
hohes Fieber >3 Tage oder Wiederkehr nach Besserung,
Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Krämpfe,
Blaufärbung von Lippen, Gesicht oder Fingern,
Anzeichen von Dehydrierung (seltenes Wasserlassen, starker Durst, trockene Schleimhäute, bei Kindern – fehlende Tränen, eingefallene Fontanelle),
bei Kindern: sehr apathisches Verhalten, Atemprobleme, Trinkverweigerung.
Bei älteren Menschen, chronisch Kranken und kleinen Kindern sollte der Kontakt zum Arzt nicht hinausgezögert werden, selbst wenn die Symptome „typisch“ erscheinen.
3. Wo tritt Grippe auf?
Grippe kommt weltweit vor.
Die WHO schätzt jährlich bis zu eine Milliarde Infektionen weltweit.
In Polen werden jede Saison zwischen einigen Hunderttausend und mehreren Millionen Erkrankungen verzeichnet.
Saisonalität:
In der gemäßigten Zone (Europa, großer Teil Nordamerikas, Teil Asiens):
Erkrankungsgipfel im Winter,
in Polen die meisten Fälle meist zwischen Januar und März.
In der intertropischen Zone (Tropen):
Erkrankungen treten ganzjährig auf, ohne deutliche Saison.
Auf der Südhalbkugel (z. B. Australien, Argentinien):
Grippesaison von April bis September, also umgekehrt zu uns.
Information für Reisende
Das Risiko, an Grippe zu erkranken, besteht in jedem Breitengrad. Dies ist besonders wichtig für:
Personen, die im Winter in Europa, Nordamerika oder Asien reisen,
Personen, die in der Grippesaison auf die Südhalbkugel reisen (z. B. nach Australien, Südamerika),
Reisende mit chronischen Krankheiten, Senioren, Schwangere, Kinder,
Personen, die Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe nutzen – enger Kontakt begünstigt Ansteckungen.
4. Wie schützt man sich vor Grippe?
A. Allgemeine Vorbeugung
Das Grippevirus lässt sich nicht vollständig aus der Umwelt eliminieren, aber das Infektionsrisiko kann deutlich gesenkt werden:
Händehygiene
häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife,
oder Desinfektion mit alkoholbasiertem Präparat (besonders nach Rückkehr aus Verkehrsmitteln, Einkaufszentren, Schulen, Arbeit).
Husten- und Nieshygiene
Niesen und Husten in ein Taschentuch oder die Ellbeuge,
sofortiges Entsorgen von Taschentüchern.
Vermeidung von engem Kontakt mit Kranken
kein Umarmen, kein Händeschütteln mit offensichtlich erkälteten / infizierten Personen,
zu Hause bleiben, wenn wir selbst krank sind (Schutz von Mitbewohnern und Mitarbeitern).
Gesicht nicht berühren
Einschränkung der Berührung von Mund, Nase, Augen – das ist die Haupteintrittspforte des Virus.
Lüften von Räumen, Vermeidung von Menschenmengen, besonders in der Grippesaison,
Stärkung der Immunität: ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung, körperliche Aktivität, Vermeidung von Tabakrauchen.
Im Kontext von Reisen:
Vermeidung überfüllter Räume, wenn möglich,
häufige Nutzung von Handgel im Flugzeug, an Flughäfen, im Verkehr,
bei Empfehlungen – Tragen von Schutzmasken an Orten mit erhöhtem Risiko.
B. Impfung gegen Grippe
Die Impfung ist die wichtigste und wirksamste Methode der Grippeprophylaxe.
Impfstoffart
In Polen werden hauptsächlich inaktivierte Grippeimpfstoffe verwendet (enthalten „getötete“ Viren oder deren Fragmente – Split/Subunit):
haben jedes Jahr eine aktualisierte Zusammensetzung, angepasst an die in der jeweiligen Saison zirkulierenden Virusstämme,
enthalten meist Antigene von 3 oder 4 Virusstämmen (trivalente oder quadrivalente Impfstoffe),
senken bei Geimpften das Erkrankungsrisiko und – was besonders wichtig ist – reduzieren deutlich das Risiko für schweren Verlauf und Komplikationen.
Für wen wird die Impfung empfohlen?
Jedes Jahr wird die Grippeimpfung empfohlen für:
Personen mit chronischen Krankheiten (Herz, Lunge, Nieren, Leber, Diabetes, Krebserkrankungen, Immunschwäche, nach Transplantationen),
Personen im Alter von ≥55–60 Jahren, besonders ≥65 Jahren,
Schwangere und Frauen, die eine Schwangerschaft planen,
Kinder ab dem vollendeten 6. Lebensmonat,
Mitarbeiter des Gesundheitswesens und öffentlicher Dienste,
Personen mit engem Kontakt zu Senioren und chronisch Kranken (familiär und beruflich),
Reisende in der Grippesaison, besonders aus Risikogruppen.
In der Praxis kann sich jeder impfen lassen, der das Risiko einer Erkrankung und von Komplikationen verringern möchte.
Impfschema (verallgemeinert)
Kinder 6–35 Monate – 1 oder 2 Dosen à 0,25 ml (abhängig von früheren Impfungen).
Kinder 3–8 Jahre – 1 oder 2 Dosen à 0,5 ml.
Kinder ab 9 Jahren und Erwachsene – meist 1 Dosis à 0,5 ml.
Wenn das Kind zuvor nicht gegen Grippe geimpft wurde – werden meist 2 Dosen im Abstand von mindestens 4 Wochen empfohlen. Wenn es in der vorangegangenen Saison geimpft wurde – reicht meist 1 Auffrischimpfung.
Der Impfstoff wird intramuskulär oder subkutan verabreicht, meist in den Arm.
Auffrischimpfungen und Dauer der Immunität
Immunität nach der Impfung entwickelt sich innerhalb von 2–3 Wochen.
Sie hält meist 6–12 Monate an, weshalb die Impfung jedes Jahr wiederholt werden muss – die Zusammensetzung des Impfstoffs ändert sich und die Immunität lässt nach.
Zusätzliche Anmerkungen
Inaktivierte Impfstoffe können keine Grippe auslösen, da sie keine lebenden, vermehrungsfähigen Viren enthalten.
Sie können jedoch milde Allgemeinsymptome verursachen (Schmerz an der Einstichstelle, leichtes Fieber, Abgeschlagenheit) – klingen meist innerhalb von 1–3 Tagen von selbst ab.
Es gibt auch einen nasalen Impfstoff mit lebendem attenuiertem Virus; dieser ist jedoch nicht für alle geeignet (u. a. nicht für Schwangere und Personen mit Immunstörungen).
5. Zusammenfassung
Grippe ist keine „gewöhnliche Erkältung“, sondern eine ernste Krankheit, die jedes Jahr Millionen Erkrankungen und zahlreiche Komplikationen verursacht – besonders bei älteren Menschen, chronisch Kranken, Schwangeren und kleinen Kindern.
Die Grippeimpfung:
senkt das Erkrankungsrisiko,
reduziert deutlich das Risiko für schweren Verlauf und Komplikationen (z. B. Lungenentzündung, Verschlechterung chronischer Krankheiten),
ist besonders wichtig vor der Wintersaison sowie vor Reisen in der Grippesaison (auch auf die Südhalbkugel).
Am besten lassen Sie sich etwa 2–3 Wochen vor der erwarteten Erkältungssaison oder Abreise impfen, damit der Körper Immunität aufbauen kann.
Wenn Sie eine Reise planen, chronische Krankheiten haben, schwanger sind, mit Menschen arbeiten oder einfach das Erkrankungsrisiko verringern wollen – lohnt es sich, mit einem Arzt oder Apotheker über die Grippeimpfung zu sprechen.
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