Keuchhusten (Pertussis) ist eine akute, sehr ansteckende Atemwegserkrankung, die durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht wird. Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich:
durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen),
durch engen Kontakt mit Erkrankten oder Trägern (z. B. „Gesicht zu Gesicht“, gemeinsamer Aufenthalt in einem Raum).
Die Quelle des Erregers ist der Mensch – die Krankheit wird ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen.
Die Inkubationszeit beträgt meist ca. 9–10 Tage, kann aber zwischen 6 und 20 Tagen liegen.
Wer ist am meisten gefährdet?
vor allem nicht immunisierte Säuglinge und Kleinkinder (bei ihnen ist der Verlauf oft am schwersten),
Personen mit nachlassender Immunität (z. B. viele Jahre nach der Impfung),
häufiger und schwerer erkranken u. a. Senioren, Raucher sowie Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma, COPD) und anderen belastenden Erkrankungen.
2. Symptome von Keuchhusten
Keuchhusten beginnt oft unscheinbar und ähnelt anfangs einer Erkältung, erst danach geht er in die charakteristische Phase der Hustenanfälle über.
später: anfallsartiger, quälender Husten mit Schwierigkeiten beim Luftholen und charakteristischem „ziehenden Einatmen“ („Juchzen“), oft mit Aushusten von zähem Schleim,
Hustenanfälle können mit Erbrechen enden und sind sehr erschöpfend.
Krankheitsverlauf: Typischerweise unterscheidet man 3 Stadien:
Stadium catarrhale (Erkältungsstadium, 1–3 Wochen) – „Erkältungssymptome“, in dieser Phase ist die Krankheit am ansteckendsten,
Stadium convulsivum (Anfallsstadium, meist 4–8 Wochen) – Hustenanfälle dominieren,
Stadium decrementi (Erholungsstadium, 2–8 Wochen) – allmähliche Besserung, aber der Husten kann bei Anstrengung oder Reizfaktoren wiederkehren.
Bei vielen Erwachsenen kann statt typischer Anfälle ein chronischer, langanhaltender Husten bestehen („100-Tage-Husten“).
Mögliche Komplikationen:
Bronchitis oder Lungenentzündung, zunehmende Atemnot,
bei Kindern (besonders Säuglingen): Apnoen (Atemstillstände), Krämpfe, Zyanose (Blaufärbung), in schweren Fällen neurologische Komplikationen (Enzephalopathie),
nach Hustenanfällen können u. a. Nasenbluten, Petechien im Gesicht, Einblutungen in die Bindehaut auftreten; bei Erwachsenen manchmal auch Probleme mit Inkontinenz oder Schlafstörungen.
Wann ist dringend ärztliche Beratung nötig? Suchen Sie dringend einen Arzt oder eine Notaufnahme auf, wenn auftreten:
Atemnot, zunehmende Atembeschwerden,
Blaufärbung von Lippen/Gesicht, Ohnmacht, Bewusstseinsstörungen,
Krämpfe,
bei Säuglingen: Apnoen, deutliche Probleme beim Atmen oder Füttern, Apathie,
Anzeichen von Dehydrierung (besonders wenn Anfälle mit Erbrechen enden) oder hohes Fieber und Verschlechterung des Allgemeinzustands.
3. Wo kommt Keuchhusten vor?
Keuchhusten ist eine kosmopolitische Krankheit – er kommt weltweit vor.
Informationen für Reisende:
das größte Risiko ist nicht mit einem konkreten Land verbunden, sondern mit dem Kontakt zu einer infizierten Person (z. B. im Flugzeug, Hotel, auf Familienfeiern, bei der Arbeit, in Pflegeeinrichtungen),
besonders wichtig ist dies für Personen, die mit Säuglingen reisen oder Familie mit kleinen Kindern besuchen.
4. Wie schützt man sich vor Keuchhusten?
A. Allgemeine Vorbeugung
vermeiden Sie engen Kontakt mit Personen, die anfallsartigen/chronischen Husten haben (besonders im Umfeld von Säuglingen),
in der Infektionssaison: Lüften von Räumen, Händehygiene, Bedecken des Mundes beim Husten/Niesen,
bei Verdacht auf Keuchhusten bei sich oder im Haushalt – schnelle ärztliche Konsultation (frühe Behandlung ist am günstigsten und verkürzt die Ansteckungszeit).
B. Impfung (am wichtigsten)
Impfstoffart: Bei Erwachsenen werden Kombinationsimpfstoffe mit Keuchhustenkomponente verwendet, meist:
Diphtherie + Tetanus + Keuchhusten (z. B. Boostrix, Adacel),
für alle Erwachsenen (die Immunität nach Impfungen in der Kindheit lässt mit der Zeit nach),
besonders für: Schwangere, Personen im engen Umfeld eines Neugeborenen („Kokon-Strategie“), medizinisches Personal, Betreuer von Säuglingen und Senioren,
Personen aus Risikogruppen für schweren Verlauf (u. a. Senioren, Raucher, chronisch Kranke).
Impfschema:
Kinder und Jugendliche werden in Polen im Rahmen des Impfkalenders obligatorisch geimpft,
Erwachsene, die früher geimpft wurden: empfohlen wird 1 Auffrischimpfung alle 10 Jahre,
ungeimpfte Erwachsene: empfohlen wird eine Grundimmunisierung (Schema legt der Arzt oder Apotheker je nach Impfgeschichte fest).
Auffrischimpfungen:
standardmäßig alle 10 Jahre.
Dauerhaftigkeit der Immunität:
die Immunität ist nicht lebenslang – deshalb sind Auffrischimpfungen nötig.
Zusätzliche Anmerkungen:
die Impfung gegen Keuchhusten ist auch deshalb wichtig, weil sie indirekt Säuglinge schützt, bei denen die Krankheit am gefährlichsten sein kann,
die Impfung in der Schwangerschaft (gemäß klinischer Praxis) erfolgt meist zwischen der 27. und 36. Woche, um Antikörper auf das Kind zu übertragen.
5. Zusammenfassung
Keuchhusten ist eine sehr ansteckende Atemwegserkrankung, die sich bei Erwachsenen oft durch langanhaltenden, quälenden Husten äußert und bei Säuglingen zu gefährlichen Komplikationen (inkl. Atemstillständen und Sauerstoffmangel) führen kann. Da die Immunität nach der Impfung mit der Zeit nachlässt, lohnt es sich, die Impfung regelmäßig aufzufrischen, besonders wenn Sie Kontakt zu Kindern haben, mit Patienten arbeiten, schwanger sind oder planen, sich in größeren Menschenansammlungen aufzuhalten (auch auf Reisen). Wenn Sie den Schutz vor einer Reise „vervollständigen“ wollen, lassen Sie sich am besten mindestens 2 Wochen vorher impfen.
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