Hepatitis A (umgangssprachlich: Reisegelbsucht / „Krankheit der schmutzigen Hände“) ist eine infektiöse Erkrankung der Leber, die durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht wird. Zur Ansteckung kommt es meist auf fäkal-oralem Weg: durch kontaminierte Lebensmittel oder Wasser oder durch Kontakt „Hand-zu-Mund“ nach Kontakt mit Ausscheidungen einer infizierten Person. Eine Infektion ist auch bei sexuellen Kontakten möglich, besonders bei oral-analen Praktiken; eine Übertragung durch Blut ist selten.
Quelle (Reservoir) des Erregers ist der Mensch – erkrankt oder asymptomatischer Träger.
Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 28 Tage (meist 15–50 Tage).
Wer ist am meisten gefährdet?
Bei älteren Kindern und Erwachsenen treten Symptome oft plötzlich auf.
Die häufigsten sind:
Der Verlauf kann von mild bis schwer reichen. Bei Kindern <6 Jahren können etwa 70 % der Infektionen asymptomatisch verlaufen, und Gelbsucht tritt seltener auf als bei Erwachsenen.
Komplikationen: selten kommt es zu akutem Leberversagen, aber das Risiko steigt mit dem Alter und bei Lebererkrankungen.
Dringende ärztliche Konsultation ist nötig, wenn u. a. auftreten: zunehmende Schläfrigkeit/Verwirrtheit, starkes Erbrechen und Dehydrierung, Blutungen, sehr starke Bauchschmerzen, schnell zunehmende Gelbsucht, oder wenn eine Person mit Lebererkrankung / geschwächter Immunität erkrankt.
HAV kommt weltweit vor, aber das höchste Risiko betrifft Gebiete mit schlechteren hygienisch-sanitären Bedingungen. Die Endemizität ist hoch u. a. in Teilen Afrikas, Asiens sowie Mittel- und Südamerikas.
Für Reisende eine wichtige Faustregel: Die CDC empfiehlt die Impfung allen empfänglichen Personen, die in Länder mit hoher oder mittlerer Endemizität reisen, und ein Teil der Experten erwägt die Impfung von Reisenden „für alle Fälle“ auch unabhängig vom Ziel (wegen des Risikos z. B. durch Lebensmittel).
Dies ist besonders wichtig für:
Impfstoffart: meist werden Impfstoffe mit inaktiviertem (abgetötetem) HAV-Virus verwendet.
Für wen empfohlen?
Impfschema (am häufigsten):
Auffrischimpfungen: nach Abschluss des vollen Zyklus gewöhnlich nicht empfohlen.
Wie lange hält die Immunität an? Nach vollem Zyklus halten Antikörper mindestens 20 Jahre an (und Studien deuten auf einen sehr langen Schutz bei vielen Personen hin).
Wichtige Anmerkung (nach Exposition): wenn es zur Exposition kam, kann die Impfung (und in ausgewählten Gruppen auch Immunglobulin) als postexpositionelle Prophylaxe wirken, wenn sie so schnell wie möglich verabreicht wird, am besten bis zu 2 Wochen.
Hepatitis A überträgt sich leicht (meist über schmutzige Hände, Wasser und Lebensmittel) und kann bei Erwachsenen schwer verlaufen, mit dem Risiko von Leberkomplikationen.
Die Impfung ist die wirksamste Schutzmethode – besonders für Reisende, Personen mit Lebererkrankungen und solche mit erhöhtem HAV-Kontakt-Risiko.
Wenn Sie eine Reise planen, lassen Sie sich am besten 2–4 Wochen vor der Reise impfen, damit der Körper Schutz aufbauen kann (und vervollständigen Sie den vollen Zyklus für eine langfristige Immunität).