1. Was ist Hepatitis A (WZW A)?

1. Was ist Hepatitis A (WZW A)?

Hepatitis A (umgangssprachlich: Reisegelbsucht / „Krankheit der schmutzigen Hände“) ist eine infektiöse Erkrankung der Leber, die durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht wird. Zur Ansteckung kommt es meist auf fäkal-oralem Weg: durch kontaminierte Lebensmittel oder Wasser oder durch Kontakt „Hand-zu-Mund“ nach Kontakt mit Ausscheidungen einer infizierten Person. Eine Infektion ist auch bei sexuellen Kontakten möglich, besonders bei oral-analen Praktiken; eine Übertragung durch Blut ist selten.

Quelle (Reservoir) des Erregers ist der Mensch – erkrankt oder asymptomatischer Träger.

Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 28 Tage (meist 15–50 Tage).

Wer ist am meisten gefährdet?

  • Reisende in Länder mit höherer Endemizität,
  • Personen mit riskanten sexuellen Kontakten (einschließlich MSM),
  • Drogenkonsumenten,
  • Personen in schwierigen sanitären Verhältnissen oder beruflich Exponierte (z. B. Arbeit mit Lebensmitteln/Abwasser),
  • Personen mit chronischer Lebererkrankung und/oder geschwächter Immunität – bei ihnen ist das Risiko eines schweren Verlaufs größer.

2. Symptome von Hepatitis A

Bei älteren Kindern und Erwachsenen treten Symptome oft plötzlich auf.

Die häufigsten sind:

  • Fieber, Schwäche, Muskelschmerzen,
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit/Erbrechen, Bauchschmerzen,
  • dunkler Urin, heller Stuhl,
  • Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augenweiß).

Der Verlauf kann von mild bis schwer reichen. Bei Kindern <6 Jahren können etwa 70 % der Infektionen asymptomatisch verlaufen, und Gelbsucht tritt seltener auf als bei Erwachsenen.

Komplikationen: selten kommt es zu akutem Leberversagen, aber das Risiko steigt mit dem Alter und bei Lebererkrankungen.

Dringende ärztliche Konsultation ist nötig, wenn u. a. auftreten: zunehmende Schläfrigkeit/Verwirrtheit, starkes Erbrechen und Dehydrierung, Blutungen, sehr starke Bauchschmerzen, schnell zunehmende Gelbsucht, oder wenn eine Person mit Lebererkrankung / geschwächter Immunität erkrankt.

3. Wo kommt Hepatitis A vor?

HAV kommt weltweit vor, aber das höchste Risiko betrifft Gebiete mit schlechteren hygienisch-sanitären Bedingungen. Die Endemizität ist hoch u. a. in Teilen Afrikas, Asiens sowie Mittel- und Südamerikas.

Für Reisende eine wichtige Faustregel: Die CDC empfiehlt die Impfung allen empfänglichen Personen, die in Länder mit hoher oder mittlerer Endemizität reisen, und ein Teil der Experten erwägt die Impfung von Reisenden „für alle Fälle“ auch unabhängig vom Ziel (wegen des Risikos z. B. durch Lebensmittel).

Dies ist besonders wichtig für:

  • „exotische“ Reisen, Rundreisen, Backpacking,
  • längere Aufenthalte und Familienbesuche (VFR),
  • Arbeit/Freiwilligendienst im Gelände oder außerhalb großer Städte.

4. Wie schützt man sich vor Hepatitis A?

A. Allgemeine Vorbeugung

  • Waschen Sie die Hände nach der Toilette, vor dem Essen und der Zubereitung von Mahlzeiten (das ist die wichtigste Regel).
  • Auf Reisen: Trinken Sie sicheres Wasser (Flaschenwasser/aufbereitet), vermeiden Sie Eis unbekannter Herkunft, essen Sie gut gekochte Speisen, seien Sie vorsichtig bei rohem Obst/Gemüse (waschen/schälen).
  • Verringern Sie das sexuelle Risiko: Barrieremethoden, Vermeidung von Praktiken, die das Risiko von fäkalem Kontakt erhöhen.

B. Impfung

Impfstoffart: meist werden Impfstoffe mit inaktiviertem (abgetötetem) HAV-Virus verwendet.

Für wen empfohlen?

  • besonders für Reisende in Länder mit hoher/mittlerer Endemizität,
  • für Personen aus Risikogruppen (z. B. MSM, Drogenkonsum, berufliche Exposition, Obdachlosigkeit),
  • für Personen mit chronischer Lebererkrankung und einen Teil der Personen mit Immunsuppression (nach ärztlicher Bewertung).

Impfschema (am häufigsten):

  • 2 Dosen im Abstand von 6–12 Monaten (bietet den besten, langanhaltenden Schutz).
  • Verfügbar ist auch ein Kombinationsimpfstoff Hepatitis A + Hepatitis B (z. B. 0–1–6 Monate) sowie ein beschleunigtes Schema 0–7–21/30 Tage + Dosis nach 12 Monaten (je nach Indikation).

Auffrischimpfungen: nach Abschluss des vollen Zyklus gewöhnlich nicht empfohlen.

Wie lange hält die Immunität an? Nach vollem Zyklus halten Antikörper mindestens 20 Jahre an (und Studien deuten auf einen sehr langen Schutz bei vielen Personen hin).

Wichtige Anmerkung (nach Exposition): wenn es zur Exposition kam, kann die Impfung (und in ausgewählten Gruppen auch Immunglobulin) als postexpositionelle Prophylaxe wirken, wenn sie so schnell wie möglich verabreicht wird, am besten bis zu 2 Wochen.

5. Zusammenfassung

Hepatitis A überträgt sich leicht (meist über schmutzige Hände, Wasser und Lebensmittel) und kann bei Erwachsenen schwer verlaufen, mit dem Risiko von Leberkomplikationen.

Die Impfung ist die wirksamste Schutzmethode – besonders für Reisende, Personen mit Lebererkrankungen und solche mit erhöhtem HAV-Kontakt-Risiko.

Wenn Sie eine Reise planen, lassen Sie sich am besten 2–4 Wochen vor der Reise impfen, damit der Körper Schutz aufbauen kann (und vervollständigen Sie den vollen Zyklus für eine langfristige Immunität).