1. Was ist Gelbfieber (Gelbe Fieber)?

1. Was ist Gelbfieber (Gelbe Fieber)?

Gelbfieber ist eine virale Krankheit, die durch das Gelbfiebervirus (Flavivirus) verursacht wird, das hauptsächlich durch Stiche infizierter Mücken (u. a. Aedes, Haemagogus, Sabethes) übertragen wird. Zur Infektion kommt es meist in tropischem und subtropischem Klima, wenn die Mücken aktiv sind (wichtig: viele Arten, die Gelbfieber übertragen, stechen tagsüber).

Quelle des Erregers (Reservoir):

  • im „sylvatischen“ (Dschungel-)Zyklus – vor allem Affen,
  • im „urbanen“ (Stadt-)Zyklus – der Mensch (und die Mücke überträgt das Virus von Mensch zu Mensch).

Die Inkubationszeit beträgt gewöhnlich 3–6 Tage.

Am meisten gefährdet sind: ungeimpfte Personen, die in Risikogebiete reisen (besonders bei längerem Aufenthalt, Ausflügen „ins Gelände“, in den Dschungel oder in ländliche Gebiete), sowie Personen, die Mückenstichen nicht wirksam ausweichen können.

2. Symptome von Gelbfieber

Bei vielen Personen verläuft die Krankheit mild oder sogar asymptomatisch. Wenn Symptome auftreten, sind dies meist:

  • Fieber, Schüttelfrost, Schwäche,
  • Kopfschmerzen und Muskelschmerzen,
  • Übelkeit, Erbrechen, Gliederschmerzen.

Die Symptome im typischen Verlauf können nach 3–4 Tagen abklingen. Bei einem Teil der Infizierten (etwa 15 %) kommt es jedoch zu einer schweren Phase der Krankheit: hohes Fieber kehrt zurück, Gelbsucht tritt auf, Blutungen (z. B. aus Nase/Mund, aus dem Verdauungstrakt) sowie Organversagen und Schock können sich entwickeln. In der schweren Phase ist das Sterberisiko sehr hoch (die WHO gibt an, dass ca. 50 % der Kranken in dieser Phase innerhalb von 7–10 Tagen sterben).

Dringende ärztliche Konsultation (oder Notaufnahme) ist erforderlich, wenn nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet auftritt:

  • Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augenweiß),
  • Blutungen, blutiges Erbrechen oder Teerstuhl,
  • starke Bauchschmerzen, deutliche Schwäche, Bewusstseinsstörungen,
  • anhaltendes oder wiederkehrendes hohes Fieber.

3. Wo kommt Gelbfieber vor?

Gelbfieber kommt in der tropischen und subtropischen Zone vor, hauptsächlich in:

  • Subsahara-Afrika,
  • Mittel- und Südamerika.

Die WHO weist darauf hin, dass 27 Länder Afrikas und 13 Länder Lateinamerikas als Gebiete mit hohem Risiko für Epidemieausbrüche klassifiziert sind. Für Reisende besonders relevant sind Ausflüge in die Regionen des Amazonas und Wald-/waldnahe Gebiete sowie Reisen mit Umstieg durch Länder mit Transmissionsrisiko.

Saisonalität: In Afrika kann die Übertragung saisonal sein – in Westafrika ist der Risikoanstieg mit der Mitte der Regenzeit (etwa August) und dem Gipfel zu Beginn der Trockenzeit (etwa Oktober) verbunden. Das Risiko kann jedoch auch außerhalb der „Hochsaison“ bestehen, je nach Region und epidemiologischer Lage.

4. Wie schützt man sich vor Gelbfieber?

A. Allgemeine Vorbeugung

Da Gelbfieber durch Mücken übertragen wird (oft tagaktiv), ist die Einschränkung von Stichen entscheidend:

  • verwenden Sie Repellents (gemäß Anweisung, regelmäßig erneuern),
  • tragen Sie lange Ärmel und Hosenbeine, am besten helle Kleidung,
  • wählen Sie Unterkünfte mit Klimaanlage oder Netzen in Fenstern/Türen,
  • schränken Sie Brutstätten von Mücken ein (z. B. stehendes Wasser in der Nähe der Unterkunft),
  • denken Sie daran, dass Moskitonetze über dem Bett weniger wirksam sein können, wenn Mücken hauptsächlich tagsüber stechen – aber sie können unter bestimmten Bedingungen dennoch helfen.

B. Impfung

Dies ist die wirksamste Form des Schutzes.

  • Impfstoffart: Der Gelbfieberimpfstoff ist lebend, attenuiert (abgeschwächtes Virus).
  • Für wen empfohlen: vor allem für Personen, die in Risikogebiete reisen, sowie diejenigen, von denen bei der Einreise in ein bestimmtes Land ein Impfnachweis verlangt wird.
  • Impfschema: standardmäßig 1 Dosis (bei Personen ab dem 9. Lebensmonat; bei jüngeren Kindern ist die Impfung grundsätzlich nicht empfohlen/kontraindiziert).
  • Auffrischimpfungen: Die WHO gibt an, dass sie nicht nötig sind – eine Dosis bietet langanhaltenden Schutz.
  • Wann wirkt sie und wie lange schützt sie: Immunität entwickelt sich bei 80–100 % der Geimpften innerhalb von 10 Tagen und bei >99 % innerhalb von 30 Tagen; der Schutz ist lebenslang.
  • Gelbes Buch (ICVP): Das internationale Impfzertifikat wird 10 Tage nach der Impfung gültig und ist für das ganze Leben der geimpften Person gültig.
  • Wichtige Anmerkungen und Kontraindikationen (Beispiele): die Impfung wird gewöhnlich u. a. nicht empfohlen bei Säuglingen <9 Mon., Personen mit schwerer Hühnerei-Allergie, schwerem Immundefekt oder Thymuserkrankungen; bei Personen >60 Jahren erfordert die Entscheidung eine besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung.

5. Zusammenfassung

Gelbfieber ist eine gefährliche virale Krankheit, die durch Mücken in Subsahara-Afrika sowie Mittel- und Südamerika übertragen wird. Bei den meisten Personen verläuft sie mild, kann aber bei einem Teil in eine schwere Phase mit Gelbsucht, Blutungen und Organversagen übergehen, die tödlich sein kann. Die Impfung ist entscheidend, besonders für Personen, die in Risikoregionen reisen sowie dort, wo ein Einreisezertifikat verlangt wird. Am besten führen Sie sie mindestens 10 Tage vor der Reise durch (praktisch: es lohnt sich, 2–4 Wochen vorher anzupeilen, um in Ruhe Zeit für Immunität und Formalitäten zu haben).